
Madeira liegt im Nordatlantik, rund 700 Kilometer westlich von Marokko, und zeichnet sich durch ein subtropisches, ozeanisch beeinflusstes Klima aus. Die Insel wird stark von ihrer Lage im Meer geprägt, das die Temperaturen ausgleicht und extreme Hitze oder Kälte verhindert. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen an den Küsten zwischen 18 und 25 Grad Celsius, wobei die Wintermonate selten unter 16 Grad fallen und die Sommermonate selten über 27 Grad steigen.
Ein wesentlicher Faktor für das Klima Madeiras sind die Passatwinde aus Nordost, die kontinuierlich feuchte Luft auf die Insel führen. Besonders die Nordküste ist dadurch deutlich feuchter, mit jährlichen Niederschlagsmengen von etwa 1.500 bis 2.500 Millimetern, während die Südküste mit 500 bis 1.000 Millimetern deutlich trockener bleibt. Diese Wetterscheide entsteht durch die zentralen Gebirgszüge, die die feuchten Wolken aufhalten und als natürliche Barriere wirken.
Die Höhenlage beeinflusst das Wetter zusätzlich stark. An den Küsten herrschen milde, gleichmäßige Temperaturen, während die Berge über 1.500 Meter Höhe deutlich kühler sind und häufig in Wolken gehüllt liegen. In höheren Lagen kann es zu Nebel, Regen und sogar gelegentlichen Schneefällen kommen, die jedoch meist nur temporär auftreten. Das Gebirge sorgt außerdem dafür, dass lokale Mikroklimata entstehen: Täler können feuchter und schattiger sein, während windgeschützte Südhänge besonders sonnig sind.
Die Niederschlagsverteilung zeigt einen deutlichen saisonalen Rhythmus. Zwischen November und Februar ist Regen am häufigsten, wobei teils langanhaltende Schauer auftreten, während die Sommermonate Juni bis September überwiegend trocken sind. Die Temperaturen sind in dieser Zeit angenehm warm, mit durchschnittlichen Höchstwerten um 25 Grad Celsius und gelegentlichen Spitzen bis 28 Grad. Durch die Nähe zum Atlantik ist die Luftfeuchtigkeit hoch, was die Temperaturen im Sommer erträglicher macht, aber auch ein feuchtes Klima erzeugt.
Atlantikstürme treffen Madeira selten, können aber vor allem im Winter für starke Winde und hohen Seegang sorgen. Die Windgeschwindigkeiten liegen durchschnittlich bei 15 bis 25 km/h, können bei Sturmfronten jedoch deutlich höher sein. Auf den exponierten Gipfeln der Insel erreichen die Winde regelmäßig 50 km/h oder mehr, was die Vegetation und das Landschaftsbild prägt.
Insgesamt sorgt die Insellage Madeiras für ein ausgewogenes, mildes Klima mit markanten regionalen Unterschieden. Die Nordküste ist feucht und grün, ideal für dichte Wälder und Lorbeerbestände, während die Südküste sonniger und trockener ist und landwirtschaftlich intensiv genutzt wird. Die Höhenzüge schaffen Mikroklimata, die die Insel in einem vielfältigen ökologischen Gleichgewicht halten. So ist Madeira trotz kleiner Fläche klimatisch sehr abwechslungsreich und bietet ganzjährig milde Temperaturen, reichlich Niederschlag im Norden und eine sonnige, trockene Südküste, die das subtropische Inselklima prägt.
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Von Fatima Kutzschbach