
Gewöhnliche Delfine sind mit etwa sechs Millionen Exemplaren in allen Ozeanen die am häufigsten vorkommende Delfinart der Welt. Seit den 1990er Jahren wurden zwei Arten anerkannt: Kurzschnabel- und Langschnabel-Gewöhnliche Delfine (Delphinus delphis und Delphinus capensis). Untersuchungen Anfang der 2010er Jahre ergaben jedoch, dass Langschnauzen-Gewöhnliche-Delfine weltweit nicht eng miteinander verwandt sind, sondern sich unabhängig von den Kurzschnauzen-Gewöhnlichen-Delfinen entwickelt haben. Die Länge ihrer Schnauze veränderte sich in den verschiedenen Regionen aufgrund ihrer Umgebung (ein Prozess, der als konvergente Evolution bekannt ist). Daher diskutieren Wissenschaftler noch immer, ob es sich um zwei verschiedene Arten oder um dieselbe Art mit unterschiedlichen Ökotypen handelt.
Kurzschnäuzige Gemeine Delfine bevorzugen subtropische und gemäßigte Gewässer und halten sich vorwiegend in großen Gruppen vor der Küste auf. Langschnäuzige Gemeine Delfine kommen in kleineren Gruppen vor und haben mehr Zähne, die an eine größere Vielfalt an Beutetieren in Küstennähe angepasst sind. Sie sind zudem stärker lokal begrenzt und kommen in Küstenregionen wie Westafrika, Kalifornien und Peru vor. Ihr Sanduhrmuster ist oft weniger ausgeprägt. Eine interessante Fakt: Der Langschnäuzige Gemeine Delfin hat mit rund 230 konisch geformten Zähnen eine der höchsten Zahnzahlen unter den Zahnwalen.
By Eva Köhle