

Die Terrassenfelder Madeiras prägen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild der Insel. Sie entstanden aus der Notwendigkeit, die steilen Berghänge für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. In mühsamer Handarbeit wurden Steinmauern errichtet, die schmale, ebene Flächen bilden und den fruchtbaren Boden vor Erosion schützen.
Diese Terrassen ermöglichen den Anbau von Zuckerrohr, Wein, Bananen, Gemüse und weiteren Kulturpflanzen. Durch ihre gestufte Struktur wird Regenwasser besser gehalten und kontrolliert verteilt, häufig in Verbindung mit dem Levada-System. So entstand ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Wasserführung, Bodenbearbeitung und Ertragssicherung.
Die Terrassenfelder sind nicht nur landwirtschaftliche Nutzflächen, sondern auch Ausdruck traditioneller Lebensweisen. Sie zeugen von Anpassungsfähigkeit, Ausdauer und dem engen Verhältnis der Menschen zur Natur.
Bis heute werden viele Terrassen bewirtschaftet und gepflegt, während andere allmählich von der Vegetation zurückerobert werden. Für Besucher sind sie ein sichtbares Zeichen der kulturellen Identität Madeiras und ein Beispiel dafür, wie menschliche Arbeit und natürliche Gegebenheiten über Generationen hinweg in Einklang gebracht wurden.
Von Fatima Kutzschbach