

Zahnwale und Bartenwale könnten unterschiedlicher kaum sein – und gerade dieser Kontrast macht sie so faszinierend. Während Zahnwale wie Delfine oder Orcas mit scharfen Zähnen aktiv jagen, gehen Bartenwale einen völlig anderen Weg: Sie filtern mit ihren fransenartigen Barten winzige Beute wie Krill aus dem Wasser. Kurios dabei: Das größte Tier der Erde, der Blauwal, ernährt sich ausgerechnet von den kleinsten Meeresbewohnern.
Auch ihre Sinne unterscheiden sich auf erstaunliche Weise. Zahnwale nutzen Echoortung – ein hochpräzises biologisches Sonar, mit dem sie selbst in völliger Dunkelheit „sehen“ können. Manche Arten haben sogar individuelle „Namen“ in Form von Lautmustern. Bartenwale hingegen setzen auf Klanggewalt: Ihre Gesänge können sich über tausende Kilometer durch den Ozean tragen und verändern sich im Laufe der Zeit fast wie musikalische Trends.
Während Zahnwale ihre Beute meist im Ganzen schlucken, besitzen Bartenwale gar keine Zähne – ihre Barten wachsen ein Leben lang nach, ähnlich wie Haare oder Fingernägel.
Ein Blick in ihre Körper verrät zudem ihre Vergangenheit: Beide Gruppen haben noch immer fingerähnliche Knochen in ihren Flossen – ein Überbleibsel ihrer landlebenden Vorfahren. Und während Orcas oft als Wale bezeichnet werden, sind sie tatsächlich die größten Delfine der Welt – also Zahnwale.
So zeigen Zahn- und Bartenwale auf ganz unterschiedliche, teils verblüffende Weise, wie kreativ und vielfältig die Evolution im Ozean sein kann.
Von Fatima Kutzschbach