

Unsere Crew bereitete sich heute Morgen auf raue Bedingungen auf See vor; der aufkommende Nordwestwind würde es nicht leicht machen, Tiere im Atlantik zu finden. Glücklicherweise waren unsere Gäste an etwas unruhigere Seebedingungen gewöhnt und voller Vorfreude aufs Auslaufen. Kurz nach dem Verlassen der Marina meldete sich auch schon der Spotter mit ersten Informationen. Silviano hatte eine große Gruppe von Vögeln entdeckt, die über einem Gebiet kreisten, und vermutete eine Fresssituation mit Beteiligung von Walen und Delfinen – natürlich machte sich unser Team sofort auf den Weg dorthin.
Das Gebiet wimmelte von Schwarzschnabelsturmtauchern (Puffinus puffinus) und Gelbschnabelsturmtauchern (Calonectris borealis), die in der Luft kreisten und elegant über die windige Wasseroberfläche glitten. Beide Seevogelarten verlassen sich stark auf ihren Geruchssinn und werden besonders von Schwaden von Dimethylsulfid (DMS) angezogen – einer chemischen Verbindung, die von Phytoplankton freigesetzt wird, wenn es von Zooplankton gefressen wird. Dies stellt die erste Phase einer Fresssituation dar, weshalb die Vögel oft die ersten Räuber sind, die eintreffen, und dann darauf warten, dass Delfine die Fische an der Oberfläche zusammentreiben.
Und tatsächlich tauchte bald eine Gruppe Kurzschnäuziger Gemeiner Delfine (Delphinus delphis) auf, die in koordinierter Jagd elegant ihrer Beute nachsetzten. Es war eine Freude, an diesem schwierigen Tag eine so actionreiche Sichtung zu erleben – und unsere Gäste waren begeistert!
Von Paula Thake
Sichtungen des Tages
Stenella
09:30 Kurzschnäuzige Gemeine Delfine