
Nachdem wir kurz darauf gewartet hatten, dass sich das Wetter aufhellte, machten wir uns auf den Weg zu unserer einzigen Tour des Tages. Unser Gast begegnete atlantischen Fleckendelfinen (Stenella frontalis), die sehr aktiv waren und eine ganze Weile neben die Stenella begleiteten. Später sahen wir noch eine Gruppe von Pilotwal (Globicephala macrorhynchus), darunter ein Kalb.
Langzeitstudien über Atlantische Fleckendelfine auf den Bahamas fanden etwas Bemerkenswertes: Sie schwimmen nicht zusammen mit großen Tümmlern (Tursiops truncatus) – einige Delfine der beiden verschiedenen Arten scheinen dauerhafte soziale Bindungen zu bestimmten Individuen einzugehen.
Forscher beobachteten über viele Jahre hinweg immer wieder dieselben Fleckendelfine und Tümmler, die sich gegenseitig aufsuchten. Es handelte sich nicht einfach um zwei Gruppen, die vorübergehend zusammen schwammen. Einige Paare übten regelmäßig das „Pectoral-Fin-Rubbing“ aus – dabei streicheln sich Delfine sanft mit ihren Brustflossen – ein Verhalten, das bei Delfinen stark mit Freundschaft, Vertrauen und Bindung verbunden ist.
Was dies so ungewöhnlich macht, ist, dass Säugetiere selten diese Art von langfristigem Bindungsverhalten gegenüber Mitgliedern einer anderen Art zeigen. Es deutet darauf hin, dass diese Delfine individuelle, artübergreifende Freundschaften erkennen und über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten können.
By Eva Köhle
Sichtungen
Stenella
09:30 Atlantischer Fleckendelfin, Pilotwal