

Heute hatten unsere Gäste richtig Glück. Wir sind dem zweitgrößten Tier der Welt begegnet – dem Finnwal (Balaenoptera physalus) – und zwar nicht nur einem, sondern gleich zwei: einer Mutter und ihrem Kalb.
Da weltweit nur noch etwa 100.000 Exemplare übrig sind, war dies eine wirklich besondere Sichtung. Carlos, unser Spotter, entdeckte sie zuerst während unserer morgendlichen Tour und konnte sie auch am Nachmittag erneut für unsere Gäste lokalisieren.
Es wurde zu einem spannenden Wartespiel, bei dem wir uns fragten, wann und wo sie als Nächstes auftauchen würden. Bei solch riesigen Tieren erinnern Momente wie dieser einen daran, wie enorm der Ozean ist – groß genug, dass sie dort mühelos Verstecken spielen können.
Finnwale erzeugen einige der tiefsten Töne im Tierreich. Jüngste Forschungen in der Antarktis untersuchen sogar die Möglichkeit, ihre natürlichen Rufe als Alternative zu seismischen Luftkanonen für die Kartierung des Meeresbodens zu nutzen – ein vielversprechender Ansatz, da Lärmverschmutzung nach wie vor eine große Bedrohung für Wale und Delfine darstellt.
Diese Meeressäuger sind in hohem Maße auf akustische Kommunikation angewiesen – nicht nur, um in Kontakt zu bleiben, sondern auch zur Orientierung, Nahrungssuche und Fortpflanzung. Da sie weit über die riesigen Weltmeere verstreut sind, ist diese Fernkommunikation unerlässlich. Die Evolution hat ihre tieffrequenten Laute so verfeinert, dass sie enorme Entfernungen zurücklegen können – unter günstigen Bedingungen potenziell einige Hundert Kilometer. Allerdings stört der zunehmende vom Menschen verursachte Lärm durch Schifffahrt, militärische Sonare und industrielle Aktivitäten diese akustische Umgebung und beeinträchtigt ihre Fähigkeit, effektiv zu kommunizieren.
By Eva Köhle
Sichtungen
Ribeira Brava
09:00 Finnwal, Streifendelfine
13:00 Finnwal
Stenella
09:30 Finnwal, Kurzschnabel-Gewöhnliche-Delfine, Streifendelfine
13:30 Finnwal