

Unsere Nachmittagstour vor Ribeira Brava war zwar arm an Sichtungen von Walen und Delfinen, doch unsere Gäste hatten die Gelegenheit, unsere wunderschöne Insel vom Meer aus zu bewundern – ein Erlebnis, dessen Wert selbst von der Crew oft unterschätzt wird, da wir diesen Ausblick ständig genießen dürfen. Madeira entstand vor etwa 26 Millionen Jahren durch einen Hotspot in rund 4000 m Tiefe. Magmaströme sowie Punkt- und Spalteneruptionen formten die Insel im Laufe der Zeit. Diese vulkanische Grundlage wurde anschließend weiter durch Erosion geformt – sowohl biotisch durch die zunehmende Besiedlung der Insel mit Leben als auch abiotisch durch Wind- und Wasserbewegungen.
Diese Erosionskräfte führen zum Zerfall des Basaltgesteins, was häufig Erdrutsche und Abbrüche der Steilküsten entlang der Küste zur Folge hat. Solche Naturereignisse haben die Südwestküste geprägt: Die Küstenorte Paul do Mar und Jardim do Mar sowie Prazeres und Arco da Calheta sind Ergebnisse solcher Prozesse. Im Jahr 1929 führte ein großer Erdrutsch am Cabo Girão sogar zu einem Tsunami, bei dem 20 Menschen in Câmara de Lobos ums Leben kamen.
Es ist wahrlich demütigend, sich vorzustellen, dass die fortschreitende Erosion die Insel weiterhin formen wird, während wir den heutigen Anblick Madeiras bewundern – möglicherweise mit einem ganz anderen Erscheinungsbild in den kommenden Jahrzehnten.
Von Paula Thake
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
13:00 Keine Sichtungen