Es war herrlich auf dem Meer, eine glatte See und vier Arten von Delfinen! Und hier die laaaange Liste der Sichtungen in der Reihenfolge ihres Erscheinens: Große Tümmler (Tursiops truncatus), Gemeine Delfine (Delphinus delphis), Streifendelfine (Stenella coeruleoalba), Atlantische Fleckendelfine (Stenella frontalis).
Die Schule der Großen Tümmler und der Gemeinen Delfine waren ganz relaxt hier und da gab es fischige Snacks. Um sie herum Mittelmeer-Möwen (Larus michahellis) und Gelbschnabelsturmtaucher (Calonectris borealis), die bei der Diskussion um Fisch, witzige Verrenkungen machten. Die Streifendelfine konnten wirprima sehen, aber sie bevorzugten, eine gewisse Distanz zum Boot. Und die Atlantischen Fleckendelfine? Ja, die waren wie immer, neugierig und am Boot interessiert.
An Bord gab es heute die Frage, ob Delfine gut sehen können …
Bei dem Spiel aus Kindertagen “Ich sehe was, was du nicht siehst”werden vielleicht Erinnerungen an lange Autofahrten in den Urlaub wach. Ein Spiel, was Spaß machte und die Zeit vertreibt. Es zeigt aber auch, dass wir Menschen optisch orientierte Wesen sind. 70% der Gesamtzahl unserer Sinneszellen befinden sich auf der Augennetzhaut. Das Sinnesorgan Auge eröffnet uns die Chance unsere Welt zu verstehen. Im Laufe der Evolution brachte die Natur zahlreiche Augenmodelle hervor.
Wenn Delfine in der Bugwelle unseres Bootes reiten und ihren Körper leicht zur Seite drehen, um uns ins Visier zu nehmen, mag neben der Freude sicher auch die Frage aufkommen, wie wichtig der visuelle Sinn der Tiere ist. Delfine haben viel komplizierte Bedingungen des Sehens, denn auch wenn Delfine scheinbar keine Farben wahrnehmen können und dadurch, dass die Augen seitlich liegen, keine visuelle Mehrdimensionalität besitzen, ist der Gesichtssinn gut entwickelt. Für räumliches Sehen ist es vonnöten, dass die Augen vorne am Kopf liegen, doch mit der Nutzung des Sonars entstehen im Gehirn trotzdem räumliche Bilder.
Die Gruppe der Flussdelfine sind ein kleiner Ausnahmefall, denn da sie in trüben Gewässern fischen, wo das Sehen fast unmöglich ist, ist der Sehsinn kaum bis gar nicht ausgeprägt.
Das Auge des Delfins ist rundrum beweglich und durch ein Lid verschließbar. Ein sich über das Auge ziehendes Sekret sorgt vor Schutz gegen die Reizungen des Salzwassers. Die äußere Augenhaut kann aufgrund einer dicken Beschaffenheit dem Wasserdruck standhalten.
Ihre weichere Augenlinse ist in der Lage sich an die spezielle Lichtbrechung unter oder über Wasser anzupassen. Hier jedoch gibt es eine kleine Einschränkung, denn man geht davon aus, dass die Tiere in diesem Fall etwas “kurzsichtig” sind und eine Erkennung von Gegenständen nur bis ca. 15m möglich ist.
Und nun noch eine Besonderheit: Es scheint, dass es nachts möglich ist in das “funkelnde” Auge eines Delfins zu schauen. Eine dünne, metallische Zellschicht (Tapetum) hinter der Netzhaut sorgt, wie bei Katzen, für diesen Spezialeffekt bei Nacht. DAS würde ich so gerne mal erleben!! Doch schon das Auge in Auge sein mit einem Delfin wenn er in der Bugwelle des Bootes reitet, ist WUNDERbar.
Eine Frage bleibt … spielen Delfine auf ihre Weise auch “Ich sehe was, was du nicht siehst”? 🙂
von Fatima Kutzschbach
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
15:00 Große Tümmler, Atlantische Fleckendelfine
Stenella
09:00 Große Tümmler, Gemeine Delfine, Streifendelfine, Atlantische Fleckendelfine