Die Vormittagstour auf unserem traditionellem Boot begann auf ein sehr flachen Ozean, als wir die Küste entlang fuhren. Dann wurden wir von unseren Späher über eine Gruppe von Delfinen informiert, die sich ungefähr acht Seemeilen vor der Küste von Madalena do Mar bewegten. Also setzten wir unseren Kurs Richtung Horizont und versuchten die Tiere, leider vergeblich, einzuholen. Nichtsdestotrotz, hatten wir bald eine Sichtung mit Streifendelfine (Stenella coeruleolba), eine Art, die wir diese Woche schon ziemlich häufig begegnet sind. Dies deutet darauf hin, dass größere Schulen derzeit um das Archipel herum auf Nahrungssuche sind.
Von der Entfernung kann dieser ozeanische Delfin mit seinem nahen Verwandten, dem Atlantischen Fleckendelfin (Stenella frontalis), leicht verwechselt werden. In der Nähe wird jedoch deutlich, dass sie tatsächlich sehr verschieden sind. Beide Tiere gehören zur Gattung Stenella, einer taxonomischen Gruppe von Delphiniden, die derzeit fünf Arten umfasst. Der Name Stenella stammt von dem griechischen Wort Steno und bedeutet eng, und die Mehrheit seiner Mitglieder bewohnen die tropischen und subtropischen Gebiete unserer Ozeane. Während der Atlantischer Fleckendelfin ausschließlich im Atlantischen Ozean zu sehen ist, können die Streifendelfine auch im Mittelmeer und im Pazifischen Ozean angetroffen werden, wobei sich ihre Hauptbeute je nach Standort unterscheidet.
Obwohl der Streifendelfin einer der ozeanischen Delfine ist, der berüchtigt dafür ist, große Schulen mit Hunderten von Individuen im offenen Ozean zu bilden (sogenannte “Super pods”), ähneln die Gruppenformationen nahe der Küste denen der Atlantischen Fleckendelfinen. Wenn wir uns solchen Gruppen jedoch nähern, bemerken wir sofort einige unübersehbare Unterschiede in ihrem Verhalten. Fleckendelfine sind im Allgemeinen sehr interaktiv, und nähern sich unseren Booten fast immer. Bei Sichtungen mit Streifendelfinen sind solche Annäherungen dagegen recht selten, da sie oft ziemlich ausweichend verhalten und lieber uns von der Entfernung beobachten. In der Nähe sind auch die charakteristischen Merkmale der beiden Arten deutlich sichtbar; wodurch sie auch sehr leicht zu unterscheiden sind. Streifendelfine haben etwa die gleiche Größe wie Fleckendelfine, sind aber etwas stämmiger und haben einen langen schwarzen Streifen, der sich vom Auge aus entlang ihrer blau/ graue Flanke erstreckt.
Trotz ihres schüchternen Charakters sind Streifendelfine wirklich wunderschön, und man merkt dies während einer Sichtung, wo sie ihr einzigartiges synchronisiertes Gruppenverhalten zeigen. Diese Delfine wurden heute auf allen Touren gesehen und die Gäste auf unserem Schnellboot genossen auch Sichtungen mit Großen Tümmlern (Tursiops truncatus) und Atlantische Fleckendelfinen. Das charakteristische Verhalten verschiedener Meeressäugerarten bedeutet auch, dass bestimmte Tiere einen eigenen kleinen Fanclub im Lobosonda-Team und bei unseren Gästen haben. Während einige Mitglieder unseres Teams den energischen Charakter des Streifendelfins lieben, haben die Atlantischen Fleckendelfine heute das Herz eines kleinen besonderen Gastes gewonnen. Er war zusammen mit meine Kollegin Fatima auf unserem Schnellboot heute mit an Bord, und sie hat mich gebeten, die folgende Nachricht weiterzuleiten:
An meinem neuen, kleinen Freund, Konstantin, unseren Delfin-Glücksmagneten: weisst du, was mir neben unseren Lieblingsdelfinen am Besten gefallen hat? Deine wunderbare Freude! Vielen, vielen, vielen Dank dafür! Es war toll, dass du dabei warst! Deine Fatima
Tja, unser Schnellboot heißt ja nicht umsonst Stenella; die Delfine dieser Gattung schaffen es immer wieder uns glücklich zu machen!
Von Paula Thake
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
10:00 Streifendelfine
Stenella
12:00 Atlantische Fleckendelfine, Große Tümmler, Streifendelfine
18:00 Atlantische Fleckendelfine, Große Tümmler, Streifendelfine
1 Comment
Hallo Fatima, gespannt habe ich auf die Bilder und den Bericht unserer Tour gewartet, heute sind sie endlich da?vielen Dank dafür, mir hat der Ausflug auch besonders gut gefallen! Viele Grüße, Konstantin
PS: wenn wir wieder auf Madeira sind, fahre ich auf jeden Fall wieder mit?