

Eine wichtige ökologische Funktion ozeanischer Inseln wie Madeira ist, dass sie einen sehr sicheren Zwischenstopp darstellen – und das ist besonders wertvoll für junge Tiere. Die heutigen Sichtungen waren ein perfektes Zeugnis dafür: Sowohl die Schulen der Kurzschnäuzigen Gemeinen Delfine (Delphinus delphis) als auch die Gruppe der Großen Tümmler (Tursiops truncatus) umfassten mehrere kleine Kälber, die – zur großen Freude unserer Gäste – eine ausgeprägte Neugier gegenüber unserem Boot zeigten.
Kälber des Großen Tümmlers bleiben im Durchschnitt etwa drei Jahre an der Seite ihrer Mutter, wobei sich dieser Zeitraum je nach Situation verlängern kann – beispielsweise wenn die Mutter keinen weiteren Nachwuchs bekommt, können die Jungtiere sogar bis zu acht Jahre bei ihr bleiben. Bei den Gemeinen Delfinen ist diese Phase kürzer; die Kälber bleiben bis zu zwei Jahre bei ihrer Mutter. Gemeine Delfine lassen ihre Jungen häufig für einige Minuten davonschnellen – etwas, das man bei Großen Tümmlern nur selten sieht, da die Mutter stets ganz in der Nähe bleibt.
Das macht den Großen Tümmler jedoch nicht automatisch zum „Elternteil des Jahres“ und die Gemeinen Delfine nicht zu weniger fürsorglichen Eltern. Sie zeigen lediglich ein Verhalten, das an ihre jeweiligen Bedürfnisse angepasst ist – und wir können uns glücklich schätzen, all dies während unserer Touren hautnah miterleben zu dürfen.
Von Paula Thake
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
09:00 Große Tümmler, Kurzschnäuzige Gemeine Delfine
13:00 Kurzschnäuzige Gemeine Delfine
Stenella
09:30 Große Tümmler, Kurzschnäuzige Gemeine Delfine
13:30 Kurzschnäuzige Gemeine Delfine