

Nach einigen Tagen mit unruhiger See war der Ozean heute ruhiger, und wir konnten drei verschiedene Arten von Meeressäugetieren aus den insgesamt 27 um Madeira nachgewiesenen Arten beobachten. Eine neugierige und verspielte Gruppe von Fleckendelfinen (Stenella frontalis) schloss sich unserem Boot an und begleitete uns eine Zeit lang. Wir konnten die wunderschönen Flecken auf dem Körper der erwachsenen Tiere deutlich erkennen.
Außerdem hatten wir die Gelegenheit, einen Brydewal (Balaenoptera edeni) zu beobachten. Diese kommen das ganze Jahr über vor, werden jedoch in den Sommermonaten häufiger gesichtet. Ihr torpedoförmiger Körper ermöglicht es ihnen, Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/h zu erreichen. Diese Bartenwale sind Sturzjäger: Sie beschleunigen mit hoher Geschwindigkeit seitlich in dichte Fischschwärme hinein und öffnen ihr Maul weit, um so viel wie möglich zu fangen. Manchmal können wir die weißen Barten unter der Wasseroberfläche erkennen.
Die große Überraschung am Ende der Tour war die Sichtung eines seltenen Meeressäugers: der Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus). Sie gehört zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Meeressäugern der Welt und ist die seltenste Robbenart. Man geht davon aus, dass es rund um die Insel Madeira nur noch 30 bis 40 Exemplare gibt. Sie ernähren sich hauptsächlich von Tintenfischen, Krebstieren und Fischen. Der Name „Mönchsrobbe“ rührt von den Hautfalten um Kopf und Hals her, die an die Kapuze eines Mönchs erinnern, wenn das Tier an Land ist.
Von Juliette Colançon
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
09:00 Atlantische Fleckendelfine, Brydewal, Mittelmeer-Mönchsrobbe
13:00 Brydewal
Steno
09:30 Atlantische Fleckendelfine, Brydewale
13:30 Atlantische Fleckendelfine, Brydewale