
An klaren Tagen sind sie von Madeira aus in Richtung Südosten deutlich zu sehen: Die Desertas. Der Inselgruppe besteht aus den drei Inseln: Ilhéu Chão, Deserta Grande und Bugio, die etwa 12 Meilen von der Ostspitze Madeiras entfernt liegen. Zusammen bilden sie heute das Naturschutzgebiet Ilhas Desertas.
Hier findet man eine außergewöhnliche Artenvielfalt, darunter die seltene Mönchsrobbe (Monachus monachus) und verschiedene Seevögel. Auch die endemische Desertas-Tarantel (Hogna ingens) kommt ausschließlich auf Deserta Grande vor. Doch die Desertas waren nicht immer ausschließlich ein Ort des Naturschutzes. Über Jahrhunderte wurden die Inseln auf vielfältige Weise genutzt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden auf Deserta Grande Beobachtungsposten errichtet, um den Schiffsverkehr in der Region zu überwachen. Später übernahmen diese sogenannten „Vigias“ eine ganz andere Rolle. Sie wurden von Walfängern genutzt, um von ihren erhöhten Aussichtspunkten aus nach Walen Ausschau zu halten.
Wo einst Menschen nach Walen suchten, um sie zu jagen, liegt der Schwerpunkt heute auf der Beobachtung und dem Schutz dieser Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum.
Für mich ist es wunderbar zu sehen, wie die Tradition dieses alten Berufs bis heute bewahrt wurde und gleichzeitig einen Wandel in unserer Beziehung zum Meer und seinen Bewohnern widerspiegelt.
Von Malina Labowsky
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
09:00 Atlantische Fleckendelfine
13:00 Großer Tümmler
16:30 Gemeiner Delfin
Steno
09:30 Atlantische Fleckendelfine, Großer Tümmler
13:30 Großer Tümmler
16:30 Gemeiner Delfin