
Große Tümmler (Tursiops trunctus) und Pilotwale (Globicephala macrorhynchus) sind in den Gewässern Madeiras ganzjährig anzutreffen und die Atlantischen Fleckendelfine (Stenella frontalis) ziehen hier vor allem in den Sommermonaten vorbei. All‘ diese Meeressäuger sind also keine Besonderheit in unseren Gewässern.
Der Finnwal (Balaenoptera physalus) jedoch, der weit im Westen der Insel ruhig seine Runden drehte, ist allerdings eine außergewöhnliche Sichtung. Diese Bartenwale ziehen normalerweise eher im Frühjahr oder späten Winter an Madeira vorbei. Was war nur los mit diesem zweitgrößten aller Wale? Die Antwort auf diese Frage mag etwas traurig klingen, aber nach Auswertung der Fotos und GoPro Videos, sind wir zu dem Schluß gekommen, daß es sich um keinen ausgewachsenen Finnwal handelt und daß er abgemagert und / oder krank war.
Nahrungsknappheit, Wasserverschmutzung, erhöhter Lärm in den Meeren, Plastik und Mikroplastik, Umweltgifte, all‘ das sind Faktoren, die dazu beitragen können, daß es Meeressäugern nicht gut geht. Was genau dieser Finnwal hatte, ist natürlich nicht mehr herauszufinden.
Es bleibt eine Überraschung, eine mächtige, eine 15 – 20 Meter große, aber eben auch ein wenig traurige.
von Claudia Gomes