
Am frühen Nachmittag erlebten die Gäste eine schöne Überraschung, als sie einer seltenen Tierart begegneten: der Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus). Auf Portugiesisch wird sie als „Lobo-marinho“ bezeichnet, was „Seewolf“ bedeutet. Als die Insel 1420 entdeckt wurde, wurden sie leider wegen ihres Fells und ihres Fetts gejagt. Heute wird der Bestand auf 30 bis 40 Tiere geschätzt, was einen zwar fragilen, aber langfristig positiven Erholungstrend gegenüber einem Tiefstand von 6 bis 8 Tieren in den 1980er Jahren zeigt. Die Robben halten sich hauptsächlich im Naturschutzgebiet der Desertas-Inseln auf. Es werden Schutzmaßnahmen umgesetzt, die sich auf den Schutz des Lebensraums, eine nicht-invasive Bestandsüberwachung und die Minderung von Konflikten zwischen Mensch und Wildtieren konzentrieren. Dieses einzelne Tier ruhte sich an der Wasseroberfläche aus und ließ sich von unserer Anwesenheit kaum stören.
Die eleganten Kurzflossen-Grindwale (Globicephala macrorhynchus) waren in einer Gruppe von etwa 15 bis 20 Tieren mit einigen Kälbern anzutreffen. Ein Jungtier zeigte ein faszinierendes Verhalten: das „Spy-Hopping“. Dabei hebt das Tier seinen Kopf senkrecht aus dem Wasser, um die Umgebung zu beobachten oder nahegelegene Boote zu erkunden. Das erinnert uns daran, dass Grindwale sehr intelligente und soziale Wale sind – und dass wir manchmal sogar einen „Auge-in-Auge“-Moment mit ihnen erleben können!
By Juliette Colançon
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
09:00 Kurzflossen-Grindwale
13:00 Mittelmeer-Mönchsrobbe, Kurzflossen-Grindwale
16:30 Große Tümmler
Steno
09:30 Unechte Karettschildkröte, Rundschnauzen-Delfine, Kurzflossen-Grindwale
13:30 Atlantische Fleckendelfine, Mittelmeer-Mönchsrobbe, Kurzflossen-Grindwale
16:30 Atlantische Fleckendelfine, Großer Tümmler