
Nach einer herrlichen Fahrt auf dem ruhigen Meer stießen wir auf eine recht große Gruppe von Atlantischen Fleckendelfinen (Stenella frontalis). Jungtiere näherten sich unserem Boot und tummelten sich um es herum. Diese sehr neugierigen, schnell schwimmenden Delfine interagieren oft mit unserem Boot. Ihre durchschnittliche Gruppengröße liegt zwischen 20 und 60 Individuen. Das Fleckenmuster auf ihrem Körper ist ein Hinweis auf ihre Altersklasse. Junge Tiere haben noch keine Flecken, wodurch sie wie schlanke Große Tümmler aussehen können. Zunächst erscheinen dunkle Flecken am Bauch (gesprenkelt), gefolgt von hellen Flecken am Rücken (gefleckt). Später verschmelzen die dunklen Flecken am Bauch und die helleren Flecken am Rücken (verschmolzen).
Delfine leben in einer von Klängen geprägten Welt, und akustische Signale sind ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens. Studien haben drei Haupttypen von Lauten unterschieden: Signaturpfiffe, Burst-Impulse und Echoortungs-Klicks.
Ein Gast fragte, ob sich ihre Frequenzen mit denen des Schiffsverkehrs überschneiden könnten. Untersuchungen an Gewöhnlichen Delfinen (Delphinus delphis) und Großen Tümmlern (Tursiops truncatus) zeigen, dass die Frequenz der Pfeiftöne zwischen 0,8 kHz und 38 kHz variiert. Schiffe erzeugen in der Regel niederfrequentes Breitbandrauschen zwischen 0,02 kHz und 5 kHz. Auch wenn Delfine meist hochfrequente Laute erzeugen, sind sie dennoch auf niederfrequente Pfeiftöne angewiesen, sodass es zu Überschneidungen kommen kann, die die Signale der Tiere überdecken. Um dies zu umgehen, können sie ihre Frequenzen verschieben oder längere Rufe aussenden.
Von Juliette Colançon
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
09:00 Atlantische Fleckendelfine
13:00 Atlantische Fleckendelfine, Pottwale
Steno
09:30 Atlantische Fleckendelfine, Pottwale