
Heute berichtete meine Kollegnin mir von einer besonderen Beobachtung, an der die Gäste der Stenella und die See Crew teilhaben durften. Eine Mönchsrobbe (Monachus monachus) verzehrte genüsslich einen kleinen Hai. Das Nahrungsspektrum umfasst überwiegend Fische, Kopffüßer und gelegentlich auch kleinere Haie. Die Jagd erfolgt meist einzeln und in Küstennähe oder über dem Schelf in Tiefen von bis zu etwa 100 Metern.
Während einer Freilandbeobachtung konnte solch ein Ereignis dokumentiert werden, bei dem eine adulte Mönchsrobbe einen kleinen Hai erbeutete. Das Tier näherte sich der Beute zunächst in gleichmäßigen, energieeffizienten Schwimmbewegungen. Kurz vor dem Angriff beschleunigte es deutlich und fixierte den Hai visuell. Der Zugriff erfolgte schnell und zielgerichtet durch einen Biss in den vorderen Körperbereich. Nach dem erfolgreichen Fang tauchte die Robbe mehrfach ab, vermutlich um die Beute unter Wasser zu sichern und portionsweise zu verzehren. Solche Interaktionen verdeutlichen die Rolle der Mönchsrobbe als opportunistischer Prädator innerhalb mariner Nahrungsnetze.
Die Beobachtung eines Hai-Verzehrs ist vergleichsweise selten dokumentiert, da Haie nicht zu den Hauptbeutetieren zählen. Das Ereignis stellt daher ein ökologisch interessantes Beispiel für das flexible Jagdverhalten dieser Art dar und unterstreicht ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Beuteverfügbarkeiten im Lebensraum.
Von Fatima Kutzschbach
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
09:00 Große Tümmler
13:00 keine Sichtung
Stenella
09:30 Große Tümmler, Gemeine Delfine, Mönchsrobbe
13:30 Keine Sichtung