
Die Fajãs auf Madeira sind faszinierende geologische Formationen, die vor allem an den steilen Küsten der Insel zu finden sind. Der Begriff „Fajã“ stammt ursprünglich aus dem Portugiesischen und bezeichnet flache Landflächen, die am Fuß von Klippen oder an Steilhängen liegen. Sie sind besonders auffällig an der Nord- und Westküste Madeiras, wo die Berge direkt ins Meer abfallen.
Fajãs entstehen durch natürliche Ablagerungen und geologische Prozesse. Häufig handelt es sich um das Ergebnis von Erdrutschen, Felsstürzen oder Lavaflüssen, die sich über lange Zeiträume am Meeresufer ansammeln. Die Materialien glätten sich durch Erosion und Meeresbewegungen und bilden so relativ ebene, fruchtbare Flächen inmitten der steilen Landschaft.
Die Fajãs sind in vielerlei Hinsicht für die Insel von Bedeutung. Sie bieten Ackerflächen, die sonst auf den steilen Hängen nicht nutzbar wären, und ermöglichen so den Anbau von Obst, Gemüse und anderen Kulturpflanzen. Einige Fajãs sind auch bewohnt, obwohl der Zugang häufig nur über schmale Wege oder steile Pfade möglich ist.
Neben ihrer landwirtschaftlichen Nutzung haben die Fajãs auch ökologische und landschaftliche Bedeutung. Sie bilden eigene Mikroklimata, in denen spezielle Pflanzen und Tiere gedeihen können. Zudem tragen sie zur landschaftlichen Vielfalt Madeiras bei, indem sie das Zusammenspiel von Bergen, Klippen und Meer besonders eindrucksvoll sichtbar machen.
Heute sind die Fajãs sowohl für Einheimische als auch für Besucher ein interessantes Ziel. Sie zeigen, wie Naturkräfte über Jahrtausende hinweg die Insel geprägt haben und wie Mensch und Landschaft in enger Verbindung zueinander stehen.
© Bildnachweis Visit Madeira
Von Fatima Kutzschbach