

Heute war es auf der See nicht einfach zwischen Wellen und weisen Schaumkappen Meeressäuger zu finden. Doch unser Späher, Drumond fand dennoch einen Finnwal (Balaenoptera physalus). Zweimal tauchte er nahe beim Boot auf und beeindruckte unsere Gäste. In solchen Momenten des plötzlichen Auftauchens hält man im Staunen über die Größe und Besonderheit des Erlebens unbewusst den Atem an.
Der Finnwal ist nach dem Blauwal das zweitgrößte Tier der Erde und ein stiller Riese der Ozeane. Trotz ihrer Größe bewegen sie sich mit erstaunlicher Eleganz und Leichtigkeit. Mit seinem schlanken, stromlinienförmigen Körper gleitet er kraftvoll durch die offenen Meere. Er kann eine Länge von bis zu 25 Metern erreichen und dabei über 70 Tonnen wiegen. Typisch für ihn ist die asymmetrische Färbung seines Unterkiefers, die ihn unverwechselbar macht.
Finnwale sind schnelle Schwimmer und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h. Sie leben in allen großen Ozeanen, bevorzugen jedoch kühle bis gemäßigte Gewässer. Ihre langen Wanderungen führen sie zwischen Nahrungs- und Fortpflanzungsgebieten hin und her. Finnwale ernähren sich hauptsächlich von Krill, kleinen Fischen und Tintenfischen. Mit ihren Barten filtern sie die Nahrung aus riesigen Wassermengen.
Ihr Atemstoß steigt hoch und gerade in die Luft und ist schon von weitem sichtbar.
Ihre tiefen, weittragenden Laute gehören zu den lautesten Geräuschen im Ozean. Diese Kommunikation reicht über große Entfernungen.
Lange Zeit wurden Finnwale intensiv bejagt und stark dezimiert. Leider werden sie auch heute noch an einigen Orten der Welt bejagt. Kollisionen mit Schiffen und Umweltverschmutzung stellen ebenso große Risiken dar. Der Finnwal spielt eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht der Meere. Als sanfter Riese verbindet er Kraft, Geschwindigkeit und Anmut. Sein Dasein erinnert an die Weite, Tiefe und Zerbrechlichkeit der Ozeane.
Von Fatima Kutzschbach
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
09:00 keine Sichtung
Stenella
09:30 Finnwal