

Unsere Ribeira Brava war früher ein Segelschiff, und das Segeln gibt es hier auf der Erde schon seit Jahrtausenden, aber das Prinzip des Segelns ist nicht nur uns Menschen eigen. Auch Tiere segeln, und heute sind wir einem solchen natürlichen Segler begegnet, Segelquallen (Velella velella). Dabei handelt es sich um Hydrozoen oder Staatsquallen, die mit Quallen verwandt sind. Der wesentliche Unterschied besteht jedoch darin, dass Quallen ein einziger Organismus sind, während Hydrozoen aus Dutzenden kleiner Polypen bestehen. Jeder Polyp hat seine eigene Aufgabe. Einige jagen und befinden sich an den Tentakeln, andere sind für die Fortpflanzung zuständig und wieder andere bauen die Struktur auf. Nur gemeinsam können sie überleben. Dieser Segler hat ein kleines transparentes Segel, mit dem er treiben und den Wind einfangen kann, sodass er große Entfernungen im Ozean zurücklegen kann. Unterwegs jagen sie passiv nach Beute wie Copepoden und anderen kleinen Organismen. Wirklich faszinierende Lebewesen.
Neben diesem Seemann begegneten wir auch einer Delfinart. Es war der Rundkopfdelfin (Grampus griseus). Dieser ist ein seltener Besucher dieser Insel. Es sind scheue Tiere, weshalb eine Sichtung im Allgemeinen schwierig ist. Sie haben auffällige weiße Körper, zumindest die älteren und größeren Tiere, und diese Färbung ist nicht auf einen Mangel an Pigmenten zurückzuführen. Die weiße Färbung entsteht durch Narben, die sie sich bei Kämpfen untereinander und mit Raubtieren und Beutetieren zuziehen. Die weiße Färbung ist wie ein Statussymbol, da sich gezeigt hat, dass ein weißerer Körper zu einem höheren Fortpflanzungserfolg führt.
Von Horst Schulte
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
09:00 Rundkopfdelfine
13:00 Keine Sichtungen
Stenella
09:30 Rundkopfdelfin, Segelqualle
13:30 Segelqualle