
Die Nordost-Passatwinde spielen eine entscheidende Rolle für das Klima und die Vegetation Madeiras. Diese stetigen Luftströmungen entstehen durch globale Wind- und Temperaturunterschiede und treffen ganzjährig auf die Insel. Da Madeira mitten im Atlantik liegt und von hohen Gebirgszügen durchzogen ist, wirken die Passatwinde hier besonders stark.
Wenn die feuchten Luftmassen der Passatwinde auf die Nordküste treffen, werden sie durch die steilen Berghänge zum Aufsteigen gezwungen. Beim Aufsteigen kühlt die Luft ab, sodass Wolken und Niederschläge entstehen. Dadurch ist der Norden der Insel deutlich feuchter, grüner und kühler als der Süden. Die hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt zudem das Wachstum des Laurissilva-Waldes, eines weltweit einzigartigen urtümlichen Bergwaldes.
Die Südküste liegt im Regenschatten der Berge. Hier kommen die Passatwinde nur abgeschwächt an, was zu einem trockeneren und sonnigeren Klima führt. Diese Bedingungen sind ideal für Landwirtschaft, Tourismus und Siedlungen. Der Temperaturunterschied zwischen Nord- und Südseite kann an manchen Tagen mehrere Grad betragen.
In mittleren Höhenlagen führt der Einfluss der Passatwinde häufig zur Bildung einer stabilen Wolkenschicht, die sogenannte Passatwolke. Sie sorgt für konstante Feuchtigkeit und ist ein wichtiger Faktor für Madeiras Wasserhaushalt. Die Levadas, das traditionelle Bewässerungssystem, leiten dieses Wasser in die trockeneren Regionen der Insel.
Insgesamt prägen die Passatwinde das typische Klima Madeiras mit milden Temperaturen, üppiger Vegetation im Norden und sonnigen Bedingungen im Süden. Sie sind einer der Hauptgründe für die außergewöhnliche klimatische Vielfalt der Insel.
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Von Fatima Kutzschbach