
Heute verließen wir den Hafen in westliche Richtung und fuhren dem noch kräftigen Schwell entgegen. Unser Kurs führte uns hinaus in Gewässer mit einer Tiefe von über 3.000 Metern. Zweimal begegneten wir einer kleinen Gruppe Kurzschnabel-Gemeiner Delfine (Delphinus delphis). Während ein Tier noch aktiv auf der Jagd war, zogen die übrigen Gruppenmitglieder entspannt und ruhig durch das Meer.
Weiter draußen hielten sich Große Tümmler (Tursiops truncatus) in der Nähe eines Fischerbootes auf, das seiner Arbeit nachging und damit indirekt für frischen Degenfisch auf den Tellern unserer Gäste sorgte.
Dann eine besondere Beobachtung: die erste Sichtung des Jahres einer Portugiesischen Galeere (Physalia physalis). Souverän segelte sie über den hohen Schwell – ein deutliches Zeichen dafür, dass sie zurück sind.
Die Portugiesische Galeere ist kein einzelnes Lebewesen, sondern eine Kolonie hochspezialisierter Polypen, die gemeinsam als funktionelle Einheit agieren. Sie gehört zur Klasse der Hydrozoa innerhalb der Nesseltiere (Cnidaria). Charakteristisch ist ihr gasgefüllter Schwimmkörper, der sogenannte Pneumatophor, der es ihr ermöglicht, passiv an der Meeresoberfläche zu treiben.
Unterhalb dieses Schwimmkörpers hängen lange Tentakel, die mehrere Meter, teilweise sogar über 15 Meter lang werden können. Diese tragen zahlreiche Nesselzellen (Nematocysten), deren Gift zur Lähmung von Beutetieren wie kleinen Fischen und Plankton dient. Die klare Arbeitsteilung innerhalb der Kolonie – von Nahrungsaufnahme über Verdauung bis hin zu Verteidigung und Fortpflanzung – macht die Portugiesische Galeere zu einem eindrucksvollen Beispiel kooperativen Lebens im offenen Ozean.
Von Fatima Kutzschbach
Sichtungen des Tages
Stenella
09:30 Gewöhnliche Delfine, Große Tümmler, Portugiesische Galeere