
…liegt in dem Konzept einer Firm. Die Wahrheit über unsere Arbeit ist, dass wir auf dem Meer nie wirklich wissen, was uns erwartet – und genau das ist das Schöne daran. Sichtungen zu garantieren ist zwar aus kommerzieller Sicht attraktiver und gibt den Gästen mehr Sicherheit bei ihrer Entscheidung, doch der wahre Druck würde dann nicht auf unserem Team liegen, sondern auf den Tieren … und genau das möchten wir mit unserer Philosophie vermeiden.
Das bringt oft schwierige Entscheidungen mit sich, die das Verständnis unserer Gäste erfordern. Ein Beispiel dafür ereignete sich heute Morgen: Nachdem unser Team eine wunderbare Sichtung von Kurzschnabelige Gewöhnliche Delfine (Delphinus delphis) hatte, wurden wir über zwei Wale informiert, die weiter östlich näher an der Küste unterwegs waren. Als wir ankamen, war der Wal bereits von Booten umgeben und hatte seine Richtung geändert. Wir entschieden uns, keine Annäherung zu versuchen und keine Sichtung zu erzwingen, da dies zusätzlichen Druck auf die Tiere ausgeübt hätte – und alle unsere Gäste unterstützten diese Entscheidung.
Ich bin ehrlich beeindruckt und zutiefst ermutigt von diesem wachsenden Mitgefühl für die Tiere und davon, dass unsere Gäste so entschlossen sind, verantwortungsvolle Entscheidungen im Wildtier-Tourismus zu treffen. Am Ende geht es beim Whale Watching nicht um uns, sondern um die Tiere. Unsere Gäste kommen wegen der Tiere zu uns. Wir bauen unser Geschäft auf ihnen auf. Unsere Ozeane hängen von ihrer Existenz ab – und wir wiederum hängen von unseren Ozeanen ab. Deshalb ist das einzig Richtige, bei unserer Arbeit stets das Wohl aller Meereslebewesen im Blick zu behalten. Alles andere wäre Unsinn.
Von Paula Thake
Sichtungen des Tages
Ribeira Brava
13:00 Große Tümmler
Stenella
09:30 Kurzschnabelige Gewöhnliche Delfine